Ausführliche Erklärung zu Wes Andersons Symmetrie und symmetrischen Schnitten
Ausführliche Erklärung zu Wes Andersons Symmetrie und symmetrischem Schnitt Wes Andersons Einsatz von Symmetrie in der Bildkomposition ist längst sprichwörtlich – aber wussten Sie, dass sich diese Symmetrie auch auf seinen Schnittstil erstreckt? Wes Anderson verwendet Symmetrie in allen Aspekten seiner Filmproduktion, von Ereignismustern bis hin zur Kameraführung und Szenenaufteilung – ohne Ausnahme. Dieser Artikel wird Ihnen zeigen
Wes Andersons Symmetrie und symmetrischer Schnitt im Detail
Wes Andersons Einsatz von Symmetrie in der Bildkomposition ist längst sprichwörtlich – wussten Sie aber, dass sich diese Symmetrie auch auf seinen Schnittstil erstreckt? Wes Anderson verwendet Symmetrie in allen Aspekten seiner Filmproduktion, ohne Ausnahme – von Ereignismustern über Mise-en-scène bis hin zur Inszenierung. Dieser Artikel zeigt die Kunst hinter Wes Andersons symmetrischem Schnitt; danach werden Sie verstehen, wie er funktioniert und warum er stilistisch so wirkungsvoll ist.
Analyse von Wes Andersons Stil
Für die meisten Filmschaffenden ist es schwer, sich eine völlig eigene Stil-Kategorie zu erarbeiten, doch Wes Anderson ist ein Regisseur mit einem absolut unverwechselbaren Stil. Andersons Einsatz von Farbe ist eines seiner visuellen Markenzeichen – aber seine Arbeit geht weit über lebendige Figuren und aufwendig gestaltete Sets hinaus. Zunächst wollen wir definieren, was unter symmetrischem Schnitt zu verstehen ist.
Was ist symmetrischer Schnitt?
Symmetrischer Schnitt ist ein Schnittstil, bei dem zwischen den Einstellungen ein oder mehrere Elemente einander entsprechen. Das beschränkt sich nicht auf einfache Match Cuts, sondern schließt auch Mise-en-scène, Inszenierung und Zeitgestaltung ein. Symmetrischer Schnitt steht nicht im Widerspruch zu Continuity Editing oder Non-Continuity Editing, sondern ist vielmehr eine stilistische Erweiterung dieser beiden Zeit-Techniken.
Elemente des symmetrischen Schnitts:
Komposition
Blockelemente
Staffelung / Phasen
Muster-Ereignisse
Rhythmus
Symmetrischer Schnitt: Shot-Reverse-Shot
Seit der Geburt des Kinos nutzen Filmschaffende eine Technik namens Shot-Reverse-Shot, bei der zunächst ein Subjekt und anschließend das andere aus entgegengesetzter Perspektive gefilmt wird. Beispielsweise werden diese Einstellungen oft aus kontrastierenden Winkeln aufgenommen; etwa zuerst eine Over-Shoulder-Einstellung über die rechte Schulter und dann gespiegelt über die linke Schulter. Anderson geht jedoch häufig einen ganz anderen Weg – er platziert seine Figuren meist in der Mitte des Bildes.

Symmetrische Einstellungen von Wes Anderson in „The Royal Tenenbaums“
Für Anderson ist das nicht nur ein Gimmick; die symmetrische Komposition im Shot-Reverse-Shot ist ein zentraler Bestandteil seiner Regiehandschrift.
Anderson setzt diese Strategie mit verschiedensten Einstellungsgrößen um, vom Medium Shot bis zur Nahaufnahme und allen Abstufungen dazwischen.

Wes Andersons Einsatz symmetrischer Einstellungsgrößen in „Isle of Dogs“
Wenn Sie also mit einem ähnlichen Effekt schneiden möchten wie Anderson, scheuen Sie sich nicht, symmetrische Einstellungen zu verwenden. Nutzen Sie unterschiedliche Einstellungsgrößen, um die Distanz zwischen Publikum und Figur variieren zu lassen. Sie können das zu Hause leicht üben – Sie brauchen nur zwei Personen, die Sie filmen – stellen Sie sie jeweils an eine Seite des Bildes, sodass eine 180-Grad-Linie entsteht.
Filmen Sie die erste Person frontal in der Bildmitte. Danach filmen Sie die zweite Person ebenfalls frontal, ebenfalls in der Bildmitte. Voilà, Sie haben ein symmetrisches Shot-Reverse-Shot-Paar.
Symmetrischer Schnitt: Muster-Ereignisse
In vielen von Andersons besten Filmen, darunter „Moonrise Kingdom“, finden sich Muster als gestalterisches Mittel. So verwandelt Anderson etwa eine simple Szene, in der Figuren eine gerade Linie entlanglaufen, in ein Musterbeispiel für symmetrischen Schnitt. Das zeigen die spiegelbildliche Inszenierung und Mise-en-scène sowie die Art, wie Sam und Suzy visuell aufeinander ausgerichtet werden.
In anderen Szenen nutzt Anderson Muster-Ereignisse als erzählerische Technik der „Juxtaposition“. In dieser Szene führt er uns mit einem telefonischen Verfolgungsspiel durch die Welt von „Grand Budapest Hotel“. Jeder Abschnitt endet mit einer symmetrischen Einstellung und nutzt raffiniert eine Iris-Blende.
Auch der Prozess, jede einzelne Einstellung zu drehen, lässt sich als symmetrisch verstehen; denn in der Welt von „Grand Budapest Hotel“ sind Concierge und Lobby Boy sowohl für die Handlung als auch für die Bildkomposition gleichermaßen wichtig.
Muster-Ereignisse finden sich im Film überall – von Trainingsmontagen bis hin zu Verhörszenen. Harold Ramis’ „Groundhog Day“ („Und täglich grüßt das Murmeltier“) ist ein gutes Beispiel dafür und zeigt, wie wirkungsvoll Wiederholung im symmetrischen Schnitt eingesetzt werden kann. Man bemerkt, wie Ramis den Bildausschnitt der Uhr immer wieder verändert und die Kamera nach und nach näher an die tickenden Ziffern heranrückt.
Merken Sie sich: Symmetrischer Schnitt bezieht sich nicht nur auf symmetrische Komposition! Er kann sich auch in musterhaften Ereignissen und rhythmisch strukturiertem Schnitt ausdrücken. „Groundhog Day“ ist ein perfektes Beispiel, das die verschiedenen Elemente des symmetrischen Schnitts vorführt.
Wes Andersons metrische Montage
Was haben Wes Anderson und die sowjetische Montagetheorie gemeinsam? Wie sich zeigt: eine ganze Menge. Die sowjetische Montagetheorie – eine Filmbewegung, die in den 1910er-, 1920er- und frühen 1930er-Jahren in der Sowjetunion entstand – beschreibt fünf Formen der Montage.
Eine dieser Formen ist die „metrische Montage“, definiert als das Schneiden von Einstellungen nach einer festgelegten Anzahl von Einzelbildern. Beispielsweise gelten zwei oder mehr aufeinanderfolgende Einstellungen, die genau gleich lang sind, als Beispiel für metrische Montage.
In der heutigen Filmwelt ist die Time-Montage (metrische Montage) nahezu aus der Mode gekommen. Einige Regisseure nutzen diese Technik jedoch weiterhin – Anderson gehört dazu.
In „The Royal Tenenbaums“ arbeitet Anderson bei der Vorstellung der Hauptfiguren überwiegend mit metrischer Montage. Manche Theoretiker vertreten die Ansicht, dass diese symmetrische Bildkomposition die Aufmerksamkeit des Publikums vom Rhythmus ablenkt.

Wes Andersons Einsatz von Einstellungen • Metrische Montage in „The Royal Tenenbaums“
Die rhythmische Montage ist eine Form der Montage, die darauf abzielt, dem musikalischen Rhythmus zu entsprechen. Richtig eingesetzt verleiht eine rhythmische Montage einem Film zweifellos einen fließenden Erzählrhythmus. Anderson nutzt die rhythmische Montage in vielen seiner Filme auf sehr geschickte Weise.