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Was ist „Film noir“?

Was ist „Film Noir“? Was ist Film Noir? Film Noir ist ein stilisierter Filmtyp, der durch Pessimismus, Fatalismus und Zynismus gekennzeichnet ist. Der Begriff wurde erstmals im Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg verwendet, um amerikanische Thriller oder Detektivfilme der 1940er und 1950er Jahre zu beschreiben. Allerdings lässt sich die Geschichte des Hollywood-Film Noir bis …

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Was ist „Film Noir“?

Was ist Film Noir?

Film Noir ist eine stilisierte Filmgattung, die durch Pessimismus, Fatalismus und Zynismus gekennzeichnet ist. Der Begriff wurde ursprünglich im Frankreich der Nachkriegszeit verwendet, um US-amerikanische Thriller oder Detektivfilme der 1940er- und 1950er-Jahre zu beschreiben. Die Geschichte des Hollywood-Film Noir reicht jedoch bis in die 1920er-Jahre zurück. Wörtlich bedeutet Film Noir „schwarzer Film“; französische Kritiker nutzten den Begriff, um Hollywoodfilme zu charakterisieren, die von bislang unbekannter Dunkelheit und Pessimismus geprägt waren.

Es ist schwer zu sagen, ob es sich um ein Genre oder um einen Stil handelt, und die unten aufgelisteten Noir-Elemente müssen nicht alle vorhanden sein, damit ein Film als Film Noir gilt. Doch dieser Stil ist sehr verbreitet.

Gemeinsame Elemente des Film Noir:

  • Antiheld als Protagonist

  • Femme fatale

  • Knapp und präzise geführte Dialoge

  • Bilder mit hohem Kontrast

  • Desillusionierung nach dem Krieg

Film Noir entspringt einem Zeitalter der Angst

Dieser Filmstil ist geprägt von einer schmerzvollen Phase der Geschichte. Der Zynismus und Pessimismus der Großen Depression hatten sich tief in die amerikanische Psyche eingegraben. Dann kam der Zweite Weltkrieg: Viele Männer wurden an die Front geschickt, während viele Frauen deren Arbeit in der Heimat übernahmen.

Nach dem Krieg herrschte eine Phase der Unsicherheit. Menschen kehrten traumatisiert von den Schlachtfeldern zurück, und die Welt hatte viel von ihrer Unschuld verloren. Einer Theorie zufolge stellten die heimkehrenden Männer fest, dass sich die Rolle der Frauen grundlegend verändert hatte. Hausfrauen waren selbst zu Arbeiterinnen geworden, sodass die seit Jahrzehnten bestehenden Geschlechterrollen als zerstört galten.

Um mit dieser Unsicherheit umzugehen, erzählte uns der Film Noir Geschichten von Männern, die von starken, manchmal sogar bösartigen Frauen ausgenutzt werden. Auch dies ist nur eine Theorie darüber, wie und warum der Film Noir in der Nachkriegszeit zu einem so prägenden Stil/Genre wurde.

Tatsächlich basieren viele der ikonischen Noir-Filme, die Hollywood in den 1940er-Jahren produzierte, auf Romanen der 1930er-Jahre. Man kann daher sagen, dass der Zweite Weltkrieg mit dem ursprünglichen Material nichts zu tun hat, er könnte aber die Popularität der später gedrehten Filme erklären.

Beispiele für Film Noir

Worin zeigt sich der Zynismus im Film? Sind es die von Ironie und scharfer Bissigkeit durchdrungenen Dialoge? Oder einfach nur die hochkontrastreiche Bildgestaltung in jeder Szene? Achte auf das trostlose Gefühl in diesen drei klassischen Film-Noir-Werken.

Dieser von Humphrey Bogart gespielte Mystery-Noir hat mit seiner spektakulären Kameraarbeit und dem Einsatz bedrohlicher Schatten einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Dana Andrews, Gene Tierney und Vincent Price spielen in diesem Noir-Klassiker, dessen herausragende Schauspielleistungen als Paradebeispiel des Genres gelten.

Dieser Noir-Mordthriller erhielt eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch und lebt von dem äußerst beliebten Duo Alan Ladd und Veronica Lake. „Die blaue Dahlie“ erzählt die Geschichte eines Matrosen, der nach Hause zurückkehrt und feststellt, dass seine Frau eine Affäre hat und sein Sohn infolge ihres Alkoholismus gestorben ist. Der Film ist eines von vielen Beispielen des Film Noir, das die Desillusionierung der Kriegszeit widerspiegelt.

Viele Kritiker sind der Meinung, dass der klassische Film Noir mit der Veröffentlichung von „Im Zeichen des Bösen“, einem der besten Filme Orson Welles’ aus dem Jahr 1958, endete. Heutzutage werden manche Filme von diesem Genre (oder Stil) beeinflusst …

Nahezu alles, was David Lynch macht, scheint mit dem Noir zu korrespondieren. Die audiovisuelle Gestaltung und Stimmung von „Mulholland Drive“ sind zweifellos vom Film Noir beeinflusst.

Jede Szene des Noir trägt einen Hauch von Wahnsinn in sich. Markante Lichtsetzung und zahlreiche Rückblenden fangen das aufregende Gefühl jener Ära ein, während die häufigen Mordhandlungen den Pessimismus nur noch verstärken.

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